Das Engelstor öffnen!

Schräg gegenüber der Station Hietzing-Kennedybrücke gibt es ein Eingangstor zum Schönbrunner Schlosspark das leider stets verschlossen ist – das Engelstor.

Man muss meist nicht lange warten, um BesucherInnen zu beobachten, die versuchen, in den Park hineinzugehen und enttäuscht wieder umdrehen, weil der Eingang versperrt ist. ​Der Umweg zum Hietzinger Tor verläuft entlang der stark befahrenen Hietzinger Hauptstraße, und auf dem Gehsteig gibt es oft ein dichtes Gedränge. Deshalb wäre gerade in Corona-Zeiten – wo einerseits auf Abstand-Halten geachtet wird und andererseits Bewegung im Freien empfohlen ist – eine Öffnung des Tors besonders wichtig.

Das Anliegen ist nicht neu: Wir Grüne stellten bereits vor fast zwei Jahrzehnten – am 19. September 2001 – den Antrag, dass die zuständigen Stellen mit der „Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft“ (SKB) Gespräche aufnehmen mögen, um eine Öffnung dieses Eingangstores zu erreichen. Obwohl der Antrag einstimmig angenommen wurde, scheiterte er zunächst an der Finanzierung. Ein weiterer Grün-Antrag am 25. Juni 2003, der einstimmig angenommen wurde, schlug einen „Runden Tisch“ vor, bei dem über gemeinsame Maßnahmen zu einer Öffnung des Tores beraten werden solle und zu der die Bundesgärten, die SKB, die Direktion des Tiergartens Schönbrunn, die Wiener Linien, die betroffenen Magistratsabteilungen (z.B. MA 46), die Bezirksvorstehung, u.a. eingeladen werden sollten.

Der Antrag führte zu Gesprächen, die schließlich die Öffnung des Tores vom 15. September bis 26. Dezember 2003 sowie von April bis Dezember 2004 zur Folge hatten.​​ Doch leider blieb es seit dem Jahr 2005 „aus wirtschaftlichen Gründen“ geschlossen.

Deshalb, auch angesichts der neuen Aktualität durch Corona, stellten wir in der Bezirksvertretungssitzung am 16. Dezember 2020​​ neuerlich einen Antrag:

Die zuständigen Stellen der Stadt Wien mögen mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, als Eigentümervertreter der Bundesgärten, Gespräche führen mit dem Ziel, das „Engelstor“ zum Schönbrunner Schlosspark für FußgängerInnen zu öffnen. Des Weiteren sollen informierte VertreterInnen in die Kommission Bildung, Kultur und Sport eingeladen werden.

​Nach Diskussionen in der Präsidiale, in denen die SPÖ darauf hinwies, dass dies auch ihr Anliegen sei, aber die Bundesregierung eine entsprechende Petition ignoriert habe, schlossen sich die Klubobleute aller Fraktionen – neben Christopher Hetfleisch-Knoll (GRÜNE) auch Marcel Höckner (SPÖ),  Johanna Sperker (ÖVP), Johannes Bachleitner (NEOS) und der FP-Bezirksrat Georg Heinreichsberger dem Antrag an, der einstimmig angenommen wurde.

Der Grüne Klubvorsitzende Christopher Hetfleisch vor dem verschlossenen Schönbrunner Engelstor.

Es ist zu hoffen, dass die zuständige Bundesministerin Köstinger wie schon bei der Frage der Öffnung der Bundesgärten während des „ersten Lockdowns“ im Frühjahr 2020 sich letztendlich von richtigen Argumenten überzeugen lässt.

An den Kosten sollte es bei gutem Willen zur Zusammenarbeit jedenfalls nicht liegen:  Im „Vor-Corona-Jahr“ 2019 besuchten über 4,2 Millionen zahlende Gäste das Schloss Schönbrunn – auch ihnen (und den BesucherInnen des Tiergartens) würde mit der Öffnung des Tors ein zusätzlicher Service angeboten.

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