Hietzinger Grüne und die Verbindungs bahn

Wir Hietzinger Grüne haben uns beim Thema „Verbindungsbahn neu“ sowohl bei der öffentlichen Auflage der Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung im April 2021 als auch bei der Verhandlung über die ​im Zuge des UVP-Verfahrens abgegebenen Stellungnahmen und Einwendungen Ende Juni/Anfang Juli 2021 aktiv eingebracht. Am 21. April 2021 haben wir eine Stellungnahme abgegeben.

5 Grüne Standpunkte

Keine Erhöhung des an der Oberfläche geführten Güterverkehrs; Errichtung eines begleitenden Rad- und Fußwegs mit Anbindung an den Wiental-Radweg; ökologische Ausgleichsflächen nicht in Breitenlee sondern im 13. Bezirk;  Begrünung der Lärmschutzanlagen;  und eine barrierefreie Querung für den Fuß- und Radverkehr im Bereich Jagdschlossgasse und Veitingergasse.

Das Projekt der Attraktivierung der Verbindungsbahn wird von uns jedoch nicht generell abgelehnt, da aus unserer Sicht der Ausbau der Schiene und die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs nicht zuletzt im Sinne des Klimaschutzes Priorität haben müssen.

Allerdings sehen wir, wie auch einige der aktiven Bürger*inneninitiativen, bei dem bisher präsentierten Projekt konkreten Verbesserungsbedarf. Neben den ÖBB können und sollen auch die Stadt Wien und der Bezirk Hietzing einen Beitrag leisten.

THEMA GÜTERVERKEHR

​Ausdrücklich begrüßen wir den geplanten 15-Minuten-Takt bei der Schnellbahn S80.

Dass sich jedoch bis nach 2025 die Anzahl der oberirdisch fahrenden Güterzüge von 18 pro Tag auf 35 nahezu verdoppeln soll, lehnen wir ab. Wir Hietzinger Grüne waren seinerzeit klar für den Bau des Lainzer Tunnels, weil damals versprochen wurde, den Güterverkehr der Verbindungsbahnin den Tunnel zu verlegen. Auch dass der Güterverkehrsanteil am oberirdischen Verkehr bei 15% bleiben soll ist nur ein „schwacher Trost“, wenn das Zugsaufkommen insgesamt stark ansteigt. 

Hier wären Alternativen (die natürlich über das gegebene Projekt hinausgehen würden) zumindest anzudenken!

THEMA RADVERKEHR

Wie schon erwähnt, wollen wir entlang der Trasse eine attraktive und hochrangige Rad- und Fußverbindung, die möglichst barrierefrei und ohne große „Umwege“ den 12. mit dem 14. Bezirk verbindet. Im Projekt der ÖBB gibt es Lücken, und der in den UVP-Unterlagen enthaltene Radweg endet südlich des Wientals. Hier muss auf jeden Fall eine Lösung gefunden werden, die eine Querung und Anbindung vorsieht. Der 2005 von den Wiener und Hietzinger Grünen geforderte und 2010 eröffnete „Wiental-Radhighway“ zeigt, dass solche Angebote auch von der Bevölkerung angenommen werden. Die derzeitigen Planungen werden beim Radverkehr kaum eine Verbesserung des „Modal split“ bewirken. 

Dass bei dem Projekt teilweise die ÖBB und teilweise die Stadt Wien zuständig sind ist wenig hilfreich. Jedenfalls ist auch letztere gefordert, aktiv zu werden, sonst wird hier eine große Chance vergeben!

Wir haben am 28. Juni 2021 einen diesbezüglichen Antrag in der Hietzinger Bezirksvertretung eingebracht.

Der Wiental-Radweg muss an einen neuen, attraktiven Radweg entlang der Verbindungsbahn-Trasse angebunden werden!

THEMA BEGLEITGRÜN UND VERSIEGELUNG

Dieses gehört zu unseren wichtigsten und zentralen Anliegen. Umwelteingriffe müssen so gering wie möglich gehalten werden, und dort wo sie nicht vermeidbar sind müssen ernsthafte Ausgleichsmaßnahmen gesetzt werden!

Christopher Hetfleisch-Knoll, Klubobmann der Grünen Hietzing, hat diesen Punkt bei der UVP-Verhandlung am 1. Juli 2021 angesprochen. Es gab eine TEILWEISE positive Reaktion seitens der ÖBB-Vertreter*innen. Zwar wurde festgestellt, dass die ÖBB mangels Ersatzflächen in Hietzing auch außerhalb des Bezirks Pflanzungen vornehmen werden, allerdings heißt es in der schriftlichen Protokollierung auch: „Öffentliche Orte im Eigentum der Stadt Wien wären denkbar. Ebenso private Flächen (im Zuge des Gestaltungswettbewerbs). ÖBB signalisiert Bereitschaft diesbezüglich Gespräche mit der Stadt Wien und der Hietzinger Bezirksvertretung zu führen.“ Hier sehen wir die Stadt Wien und den Bezirk in der Pflicht. 

Nachdem sich herausstellte, dass die ÖBB tatsächlich dem Bezirk angeboten haben, rund 500 zusätzliche Bäume an Standorten im gesamten 13. Bezirk zu pflanzen​, stellten die Grünen Hietzing bei der Bezirksvertretungssitzung am 15. Dezember 2021 einen Antrag mit 17 konkreten Vorschlägen für Bereiche, in denen solche Baumpflanzungen möglich und sinnvoll wären. Der Antrag wurde einstimmig der Kommission für Mobilität, Planung und Wirtschaft zugewiesen und wird voraussichtlich in den ersten Wochen des Jahres 2022 behandelt werden.​

Grün, das entlang der Trasse verloren geht, soll in der Nähe nachgepflanzt werden – auch auf öffentlichen Flächen, die durch die Parkraumbewirtschaftung frei werden!

DIE CHANCE PARKRAUMBEWIRTSCHAFTUNG NUTZEN!

Durch die für 2022 beschlossene Einführung der Parkraumbewirtschaftung in Hietzing werden bisher verparkte Flächen im öffentlichen Raum frei werden. Solche Flächen im Nahebereich der Verbindungsbahn-Trasse sollten ​von der Stadt und dem Bezirk gemeinsam begrünt werden. Es könnte sein, dass auch die ÖBB dabei mithelfen (siehe die oben erwähnte Gesprächsbereitschaft). In diese Richtung geht auch die Forderung des Grünen Rathausklubs, der gemeinsam mit den Bezirks-Grünen dazu aufruft, diese Chance zu ergreifen.

Auch zu diesem Thema haben wir am 28. Juni einen Antrag in der Bezirksvertretung gestellt und werden uns bemühen, dafür eine Mehrheit zu finden. Hier kann auch Hietzing positiv mitgestalten, wenn der politische Wille gegeben ist!

THEMA RE-DIMENSIONIERUNG WALDVOGELSTRASSE

Beim Abschnitt im Bereich der Waldvogelstraße, vor der Zufahrt zur geplanten Unterführung Versorgungsheimstraße, sind vier (!) Autospuren nebeneinander vorgesehen. Dadurch würde eine starke Versiegelung und Hitzeinsel entstehen.

Auch diese Frage, und jene nach Alternativen (z.B. die von der BI „Verbindungsbahn-besser“ vorgeschlagene Variante einer Brücke bei der Titlgasse) wurde von unserem Bezirksrat Christopher Hetfleisch in der UVP-Verhandlung gestellt. In der Antwort – ebenfalls in der Protokollierung vom 1.7. festgehalten – lautete:  „(…) Außerdem gab es keinen politischen Willen von Seiten der Stadt Wien und des Bezirkes, diesbezügliche weitere Pläne vorzunehmen. Von Seiten der ÖBB wäre es durchaus denkbar diese Variante genau zu untersuchen.“

Wenn der geplante Ausbau an der Waldvogelstraße ohne Re-Dimensionierung kommt, droht eine Belastung von Mensch und Umwelt.

Ob die Alternativvariante Titlgasse realisierbar ist oder nicht können auch wir nicht endgültig beurteilen, allerdings wollen wir, dass die Planungen in der Waldvogelstraße nach Möglichkeit re-dimensioniert werden!  Bei den Planungen war noch nicht klar, dass Hietzing eine Parkraumbewirtschaftung bekommen wird (siehe oben), und diese könnte auch zu einer Reduktion des KFZ-Einpendelverkehrs führen. Ob dann immer noch vier KFZ-Spuren erforderlich sind oder sich doch eine vernünftige und vor allem umweltverträglichere Lösung ergibt, muss ernsthaft geprüft werden!

Sollte tatsächlich, wie von SPÖ- und NEOS-Politikern am 13.12.2021 in Presseaussendungen angekündigt, nunmehr seitens der Stadt Wien die Planung in der Waldvogelstraße nochmals überprüft werden, so begrüßen und unterstützen wir Hietzinger Grüne dies ausdrücklich.​

Skip to content