Riesenbau im Napoleonwald

Wir Grüne haben versucht, das überdimensionierte Bauprojekt im Napoleonwald durch eine Gastronomie-Widmung zu verhindern. Dadurch wäre ein Bau mit Geschäftslokalen, Büros und Wohnungen, wie er jetzt geplant ist, nicht so leicht möglich gewesen. Stattdessen hätte ein überschaubares Gastro-Lokal die Lebensqualität im Grätzl erhöhen können.​

Dagegen waren ÖVP und SPÖ, diese wollten unbedingt die Widmung für Geschäftslokale, obwohl im Bezirksbauausschuss​ durch die zuständige Magistratsabteilung zur Sprache kam, dass dies nur „Augenauswischerei“ sei. Denn natürlich würden letztlich Wohnungen errichtet werden, weil dies für die Bauherren deutlich rentabler ist.

Was bleibt ist ein „Faust-aufs-Aug“-Bau direkt im Napoleonwald. Zahlreiche alte Eichen werden voraussichtlich gerodet werden. Als letzte Hoffnung bleiben nur noch die Bauverhandlung und die Einwände betroffener direkter AnrainerInnen.

Anfang Dezember 2021 traf sich sogar der „ORF Bürgeranwalt“ mit den AnrainerInnen für einen gemeinsamen Lokalaugenschein (siehe Fotos unten). Unsere Grüne Bezirksrätin Alexandra Steiner wohnte diesem Treffen bei, um sich die Bedenken und Anliegen der Menschen anzuhören.

Eine Bürger:inneninitiative hat sich bereits formiert und zum wiederholten Male die Stadt Wien aufgefordert, das Projekt zu stoppen. Abgesehen von der unzumutbaren Größe der geplanten Wohnanlage besteht die berechtigte Sorge, dass durch den Wohnbau vermehrt Überflutungen auftreten, aufgrund der Veränderung des Grundwasser-Verlaufes, sowie die Wasserversorgung der vorgelagerten Bäume gestört wird und diese als Folge schwere Schäden wegtragen müssen. 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS DEM WORTPROTOKOLL DER GEMEINDERATSSITZUNG VOM APRIL 2019

In der ​Gemeinderatssitzung vom 30. April 2019​​​​ wurde das Plandokument Nr. 8230 beschlossen (das u.a. auf die Jaunerstraße 5 beinhaltet). Hier der Wortlaut betreffend das Monsterbauprojekt Napoleonwald:

Es gelangt nunmehr Postnummer 26 der Tagesordnung zur Verhandlung. Er betrifft das Plandokument 8230 im 13. Bezirk, KatG Auhof. Ich bitte den Berichterstatter, Herrn GR Dipl. Ing. Al-Rawi, die Verhandlungen einzuleiten.

Berichterstatter GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi

Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bitte um Zustimmung zu dem vorliegenden Akt.

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl

Ich eröffne die Debatte. Zum Wort gemeldet ist Herr GR Mag. Kasal. Ich erteile es ihm.

GR Mag. Günter Kasal (FPÖ): 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Sehr geehrter Berichterstatter! Frau Stadträtin!

Es geht um eine Flächenwidmung im 13. Wiener Gemeindebezirk an der südlichen Grenze zu Mauer in der KatG Auhof so entlang der Tiergartenmauer im östlichen Bereich, und zwar ist da im Ausschuss ein kleiner Irrtum passiert. Selbstverständlich sprechen wir uns gegen diese Umwidmung aus. Warum sprechen wir uns gegen diese Flächenumwidmung aus? Es ist leicht erklärt. Es hat zwei Stellungnahmen der Hietzinger Bezirksvertretung gegeben, die sich sogar einstimmig mit einer Stellungnahme an den Ausschuss und an die Stadträtin gewandt haben. Ich bringe es ganz kurz auf den Punkt, beispielhaft Kranichstättengasse 73a. Hier spricht sich die Hietzinger Bezirksvertretung geschlossen einstimmig mit SPÖ und mit GRÜNEN gegen diese Flächenumwidmung aus. Die Hietzinger Bezirksvertretung möchte keine geschlossene Bauweise ermöglichen. Sie wollen kein überdimensioniertes Wohnhausprojekt dort. Sie wollen keine überdimensionalen Stadtvillen, wie Sie sie bereits mit der Umwidmung von Grünland in Bauland beim Seckendorff-Gudent-Weg ermöglicht haben. In diesem Sinne werden wir dagegen stimmen. Und ich sage es jetzt ganz ehrlich: Es wird nicht wirklich große Trauer auslösen, wenn Sie im Juni die Politik verlassen. (Beifall bei der FPÖ.)

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl

Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. Der Berichterstatter hat das Schlusswort.

Berichterstatter GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi

Ja, wie GR Kasal schon erwähnt hat, eigentlich war es im Gemeinderatsausschuss einstimmig beschlossen. Jetzt scheint es ein Irrtum gewesen zu sein. Aber bei diesen Widmungen wurden die übergeordneten Konzepte, der STEP 2025 wie das „Leitbild Grünraum“, beachtet, die Siedlungsentwicklung, das Fachkonzept Mobilität, auch das Klimaschutzprogramm KliP Wien 1999 und seine Fortschreibung KliP II. Es geht darum, dass wir bei dieser Widmung auch weiterhin die Vorsorge für Flächen für den erforderlichen Wohnraum unter Beachtung der Bevölkerungsentwicklung, Vorsorge für erforderliche Flächen und Arbeitsstätten, Erhaltung beziehungsweise Herbeiführung von Umweltbegehungen, Vorsorge auf Erholung dienende Grünflächen, Vorsorge für zeitgemäße Verkehrsflächen und dergleichen. Ich bitte Sie daher, diesem Akt zuzustimmen. Danke.

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl

Wir kommen nun zur Abstimmung über die Post 26. Wer dem Antrag des Berichterstatters zustimmt, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. – Zustimmung erfolgt bei NEOS, SPÖ und GRÜNEN gegen die Stimmen der FPÖ und ÖVP, ist mehrstimmig so angenommen.

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