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am 20. Dezember 2020

Hörndlwald muss grün bleiben!

- Bezirksvertretung spricht sich für Aufhebung der Baulandwidmung aus.

Um auch der nunmehr amtierenden rot-pinken Stadtregierung ein Anliegen vieler HietzingerInnen in Erinnerung zu rufen, stellten die Grünen in der ersten Arbeitssitzung​​ der neu gewählten Bezirksvertretung am 16. Dezember 2020 einen Antrag auf Rückwidmung des westlichen Teils des Hörndlwalds auf "Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel".

Die zuständigen Stellen der Stadt Wien werden darin aufgefordert, die Umwidmung des westlichsten Teils des Hörndlwalds auf „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“ (Sww) in die Wege zu leiten und damit die derzeit noch gültigen Bebauungsmöglichkeiten im Bereich des Afritschheims und der Franziska-Fast-Anlage aufzuheben.

Das Gelände, das seit dem Abriss der Gebäude bereits der Natur zurückgegeben wurde, soll damit – und in Übereinstimmung mit dem im Juni 2020 beschlossenen Wiener „Leitbild Grünräume neu“​ – auch rechtlich diesen Status erhalten.

Bezirksrat Gerhard Jordan bei den Flächen im Hörndlwald, auf denen nach der bestehenden Widmung nach wie vor gebaut werden kann (Standort der ehemaligen Franziska-Fast-Anlage).


Die Vorgeschichte

Der Großteil des Hörndlwalds hat die Widmung „Sww“. Lediglich im westlichsten Teil, ungefähr zwischen dem Sportplatz und der Tiergartenmauer, befindet sich in der gültigen Widmung – Plandokument Nr. 7711, beschlossen vom Wiener Gemeinderat am 28. Juni 2006 – ein Bereich mit der Widmung „Spk“ (Schutzgebiet Park). In diesem gibt es aber nach wie vor auch noch Teile mit „Besonderen Bestimmungen“ (BB), die dort eine Bebauung ermöglichen:

BB3 bezieht sich ungefähr auf das Areal des 2013 abgerissenen Afritschheims (das Anfang der 1950er-Jahre als Internationale Kulturstätte errichtet wurde) und erlaubt bei maximal 35%iger Bebaubarkeit eine Gebäudehöhe von 6,5 Metern;  BB4 umfasst die Flächen der - im Sommer 2020 abgerissenen - Pavillons der 1979 errichteten Franziska-Fast-Anlage, in der bis 2011 Flüchtlingsfamilien untergebracht waren. Dort ist eine Bauhöhe von 4,5 Metern zulässig.

Schon im Jahr 2006 gab es eine heftige öffentliche Diskussion um eine Umwidmung.

Damals plante die SPÖ eine massive Erhöhung der Bebaubarkeit, und es gab Gerüchte über einen Abriss und (vergrößerten) Neubau. Dies konnte verhindert werden, und die Grünen traten damals für die Sanierung des auch architekturhistorisch bedeutsamen Gebäudes ein. Leider wurden von der „Volkshilfe“, die für das Gebäude zuständig war, keine diesbezüglichen Schritte gesetzt, sodass es, nach jahrelangem Verfall, schließlich zum Abriss kam.


Das Afritschheim 2005 (oben) und 2009 (unten) vor seinem Abriss. Fotos: G. Jordan/Grüne Hietzing.


In den Jahren danach wurde über die Umsetzung eines von der SPÖ forcierten Projekts zur Errichtung einer Burnout-Klinik diskutiert, das 2019 endgültig scheiterte.


Rendering des gescheiterten Projekts auf dem (inzwischen abgerissenen) ehemaligen Verwaltungsgebäude der Franziska-Fast-Anlage, Foto Jänner 2020.

 „Immergrün“ ernst nehmen!

Nunmehr wäre es Zeit, endlich die Lehre aus den Geschehnissen zu ziehen und das betreffende Gebiet auch rechtlich „der Natur zurückzugeben“!

Ein erster Schritt dazu war das am 24. Juni 2020 vom Wiener Gemeinderat beschlossene „Leitbild Grünräume“.

Dieses, von den Grünen unterstützte und vom Stadtplanungsressort, auch unter Einbindung der Bezirke, erarbeitete Leitbild definierte unter dem Namen „Wiener Immergrün“ Bereiche, in denen eine Siedlungsentwicklung auch in Zukunft ausgeschlossen sein soll. Dazu gehört auch der gesamte Hörndlwald.

Nachdem die SPÖ gemeinsam mit den Grünen dieses Leitbild beschlossen hat, und die damaligen Oppositionsparteien ihre Ablehnung teils mit dem Argument der ungenügenden Verbindlichkeit begründet hatten, wäre es nur konsequent, wenn nunmehr das Gebiet um das ehemalige Afritschheim durch eine Umwidmung auf „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“ auch rechtlich den erforderlichen Schutzstatus erhält!

Am Zug ist nun die rot-pinke Mehrheit im Rathaus. Sie kann dem Wunsch, dem sich alle Parteien der Hietzinger Bezirksvetretung anschlossen, durch einen Beschluss im Gemeinderat nachkommen.