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am 29. Jänner

Tiergarten-Erweiterung: Offene Fragen

Gerhard Jordan - Grüner Resolutionsantrag in Bezirksvertretung angenommen.

Bei der ersten Arbeitssitzung der Bezirksvertretung nach der Wahl 2020​​ wurde folgender Resolutionsabtrag der Grünen einstimmig angenommen:

„Die Bezirksvertretung Hietzing spricht sich dafür aus, dass die zuständigen EntscheidungsträgerInnen in Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung in Hietzing abhalten, bei der die genauen Pläne der am 8. Oktober angekündigten Erweiterung des Elefantengeheges des Tiergartens Schönbrunn vorgestellt werden.

Dabei sollen die für das Projekt Zuständigen (Wirtschaftsministerium, Landwirtschafts- und Tourismusministerium, Tiergarten Schönbrunn, etc.) eingeladen werden und vor allem zu Fragen wie der genauen Lage, der Auswirkungen auf den Baumbestand im Erweiterungs-Areal, der öffentlichen Zugänglichkeit bisheriger Wege u.a. Stellung nehmen.“ 

Dieser Antrag wurde eingebracht, weil am 8. Oktober 2020 in den Medien berichtet wurde, dass das Elefantengehege des Tiergartens Schönbrunn vergrößert werden und das Areal um insgesamt 40.000 m² erweitert werden solle. 23,5 Millionen Euro seien dafür im Budget fixiert. Mit der Aussage „Wir stellen gerne die dafür benötigten neuen Flächen zur Verfügung“ wurde auch die zuständige Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger zitiert. Die benötigten Flächen würden vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Seckendorff-Gudent-Weg 8, freigegeben – also im Bereich südlich des Tirolerhofs.

Rund um das „Bundesforschungszentrum für Wald“ (Seckendorff-Gudent-Weg 8) gibt es einen umfangreichen Baumbestand.

Genaue Details wurden bei der Ankündigung (kurz vor der Wiener Gemeinderatswahl, und vorwiegend durch „türkise“ PolitikerInnen) nicht bekannt gegeben. Und danach wurde es weitgehend still.

Deshalb ist es naheliegend, die Information der Bevölkerung bei einer öffentlichen Veranstaltung ehebaldigst nachzuholen.

Wenige Tage vor der Bezirksvertretungssitzung am 16. Dezember 2020 wurde zudem bekannt, dass Dutzende Bäume in der Umgebung des Restaurants Tirolergarten mit roten Punkten markiert worden waren. Dies führte zu wilden Gerüchten, dass Rodungen unmittelbar bevorstehen könnten.

Markierte Bäume auf dem Weg vom Tirolerhof zum Botanischen Garten.

Laut Auskunft des Tiergartens Schönbrunn handle es sich jedoch um Vermessungsarbeiten für die Erstellung eines Lage- und Höhenplans. Im Zuge dessen werde ein Baumkataster erstellt, in dem alle Bäume mit mehr als 20 cm Stammumfang erfasst werden. Die roten Markierungen würden als Vermessungspunkte für den Kataster dienen.


Auch in dem östlich des BFW gelegenen Emu-Gehege waren Bäume rot markiert.

Der grüne Resolutionsantrag, der schon VOR dem Publikwerden der Baum-Markierungen eingebracht worden war, erhielt dadurch noch mehr Relevanz:

Neben der Forderung nach einer öffentlichen Präsentation der Pläne sind nämlich vor allem zwei Punkte zentral:

  • ERSTENS die Erhaltung des Baumbestands in der Umgebung des „Bundesforschungszentrum für Wald“ (BFW), das sich zwischen dem Seckendorff-Gudent-Weg und dem Tirolerhof befindet;
  • Und ZWEITENS die öffentliche Zugänglichkeit der bisherigen Wege. Es wäre nämlich nicht akzeptabel, wenn im südlichen Bereich des Schönbrunn-Areals ein Teil der von unzähligen SpaziergängerInnen und Erholungssuchenden frequentierten Wege nur noch nach Bezahlung eines Eintritts zugänglich wären. 

Wenn nun die Resolution also von der Hietzinger Bezirksvorsteherin an die Zuständigen weitergeleitet wird, sind damit auch diese wichtigen Punkte deponiert.