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am 28. Mai

"Wege zum Frieden": ein Vortrag von Peter Weish

Lore Brandl-Berger - „Wege zum Frieden“ lautet der Titel des Vortrags, den Peter Weish – Naturwissenschafter, Umweltaktivist, Stadtökologe, Dozent für Humanökologie und Umweltethik an verschiedenen Universitäten – am 17.2. im Club of Vienna, 1030 Wien, Salmgasse 6, hält.

Weish stellt die Frage: Warum nehmen wir Staatsbürger aller Staaten auf der Welt Kriege, Aufrüstung, Zerstörung unseres Planeten einfach hin? Er verweist dabei auf das Buch von Rainer Mausfeld, „Warum schweigen die Lämmer?“. Die Lämmer sind eine Metapher für jene Menschen, die sich dieser verantwortungslosen Politik und Wirtschaft tatenlos unterwerfen. Sie durchschauen meist nicht, dass sie von den nach Macht strebenden Politikern manipuliert werden, indem diese ein Bedrohungsszenario aufbauen, den Feind dämonisieren, ihn zum ersten Schlag provozieren, die Deutungshoheit über alles Geschehende beanspruchen, ein Faktum (wie die Klimakrise) als Meinung deklarieren und somit leugnen, die Aufmerksamkeit auf Nebensächlichkeiten lenken, um eine sachliche Diskussion zu verhindern. Den Menschen wird weisgemacht, dass Aufrüstung – offenbar im Sinne des Gleichgewichts des Schreckens – notwendig sei, um sich im Ernstfall (wo es ohnehin nur Verlierer gibt) verteidigen zu können. So haben die USA den INF-Vertrag (Intermediate Range Nuclear Forces Treaty, Vernichtung von Nuklearraketen und Verzicht auf Produktion) mit Russland 2019 aufgekündigt. Der Atomwaffensperrvertrag (1967) trägt trotz mittlerweile 191 Unterzeichnerstaaten nichts zur Abrüstung der atomaren Waffen bei, bremst auch nicht deren Herstellung. 

Welche Mittel gibt es gegen einen solchen zerstörerischen Umgang mit unserem Lebensraum und dessen verzerrende Darstellung? Weish nennt hier den öffentlichen Debattenraum als Kernstück der Demokratie, wo Probleme vernünftig, rational und verantwortungsvoll zu diskutieren sind. Im Falle von Zwentendorf hätte dieser Raum funktioniert. Es sei auch wichtig, aus der Geschichte zu lernen, Kompetenz im Umgang mit den Medien zu erwerben und sich bei der Handhabung der Sprache des Framings bewusst zu werden. In Sinne der Wirtschaftsethik sei auf Nachhaltigkeit in allen Bereichen zu achten. Auch solle jeder Mensch, im Kleinen wie im Großen, gegen Unrecht auftreten. Des Weiteren weist Weish darauf hin, dass es bereits viele Initiativen gegen die derzeitige bedrohliche Entwicklung gibt. Bereits in der Erklärung der Menschenrechte, Artikel 2, Nr.4,  heißt es: „Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“ Außer dem oben genannten wenig wirksamen Atomsperrvertrag hat die UNO 2015 die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) mit 17 Zielen und 169 Subzielen erlassen. SDG Watch Austria ist ein Zusammenschluss von mehr als 180 zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Organisationen​, die sich gemeinsam für eine Umsetzung der UNO - Agenda 2030 in Österreich einsetzen und in Umweltfragen Auskunft geben. ​​Kontakt: ÖKOBÜRO - Allianz der Umweltbewegung, Neustiftgasse 36/3a, 1070 Wien, T: +43 1 5249 377. ​​

Außer diesen Top-down-Initiativen gibt es auch Bottom-up-Aktionsgruppen wie die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen (ICAN, Friedensnobelpreis 2017) und AbFaNG, Aktionsbündnis für Frieden, aktive Neutralität und Gewaltfreiheit in Österreich. Der Physiker Hans Thirring hat den Krieg als Kinderkrankheit der Menschheit bezeichnet. Hoffen wir, dass die Menschheit erwachsen wird, bevor es zu spät ist! Der Friede der Menschen untereinander und mit der Natur kann sich nur in einer Atmosphäre der Gewaltlosigkeit entfalten.