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am 21. Jänner

Grüner Frauentreff - Hildegard von Bingen

Lore Brandl-Berger - Grüner Frauentreff - es ging um eine Frau, die genial war und mit den Männern ihrer Epoche gleichzog. Prof. Dr. Ilse Friesen hat über sie geforscht und uns Hildegard von Bingen (1098 – 1179) nähergebracht.

Grüner Frauentreff am
11.1.2018


Es ging um die Farbe Grün und es ging um eine Frau, die genial war und mit den Männern ihrer
Epoche gleichzog. Sie war keine Politikerin, sondern Benediktinerin, Äbtissin, heilkundige Gelehrte, Künstlerin, Mystikerin, Predigerin,
Briefschreiberin, Mahnerin und Beraterin hochgestellter Persönlichkeiten. Prof. Dr. Ilse Friesen hat über sie geforscht und uns Hildegard von Bingen (1098 – 1179) nähergebracht. Anhand von Bildern und Texten des Buches „Scivias“ (=Wisse die Wege), das von Hildegard stammt, konnten wir deren ungewöhnliche Weltsicht ansatzweise kennenlernen. Da gibt es keinen Sündenfall mit Apfel und verführender Eva, sondern Adam macht Erde und Weltall mit seinem
Verhalten schmutzig. Da wird die Erde als zweigeteilte menschliche Figur dargestellt, deren Hälften das Gute und das Böse verkörpern.
Da reicht eine Nabelschnur vom Himmel bis in den Leib einer schwangeren Frau. Da werden in den Bildern, mit denen Hildegard ihre Visionen auszudrücken versucht, ganze Geschichten erzählt. Die Farbe Grün, das Jungsein und In – voller - Kraft - Stehen gehören zusammen, im Gegensatz dazu steht das Vertrocknen. Sie verwendet für das grüne Sein das lateinische Wort viriditas.


Hildegard von Bingens Aussagen lassen sich immer wieder auf unsere Gegenwart beziehen, zum Beispiel, wenn sie an Friedrich Barbarossa schreibt, er benehme sich wie ein Kind oder wie ein Wahnsinniger. Hildegard ist auch gegenwärtig in vielen Produkten, zum Beispiel gibt es Hildegard-Kekse, Hildegard-Suppe, Hildegard-Medizin. Diese außergewöhnliche Frau hat es geschafft, durch die Jahrhunderte
hindurch präsent zu bleiben.

Lore Brandl-Berger