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am 8. Mai

Mehr Verbindungsbahn für Hietzing – aber wie?

Lore Brandl-Berger - Am Freitag, 4. Mai 2018, demonstrierten VertreterInnen der ÖVP und der Bürgerinitiative „Verbindungsbahn - SO BITTE NICHT!“ gegen die geplante Umgestaltung der Verbindungsbahn und blockierten die Hietzinger Bahnübergänge, um die BürgerInnen erleben zu lassen, wie es in Zukunft sein könnte.


Auf Transparenten wurde Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou dafür verantwortlich gemacht,
dass Bahnübergänge geschlossen werden, Massengüterverkehr durch
Hietzings Wohngebiete zu fließen droht und Hietzing auf diese Weise geteilt wird.

Warum richtet die ÖVP diese Appelle an Frau Vassilakou? Das Verbindungsbahn - Übereinkommen zwischen den ÖBB und der Stadt Wien wurde am 14. Juni 2016 vom Gemeinderat einstimmig, also auch mit den Stimmen der ÖVP, bestätigt. An den Kosten beteiligt sich Wien mit 15,52%, was die ÖBB als Hauptakteur ausweist.


Die teilweise Hochlegung der Bahntrasse
und die Sperrung der Bahnübergänge für den Autoverkehr haben sich die HietzingerInnen nicht gewünscht, als sie vor einigen Jahren für
eine dichtere S 80-Frequenz eintraten. Die Betreiber täten gut daran, sich mit der Zweigleisigkeit zu begnügen und die beschrankten Bahnübergänge einfach zu belassen, da die Bahntrasse durch
Wohngebiete führt, die für alle Verkehrsteilnehmer verbunden bleiben sollen. Die unter diesen Umständen zuträglichste S 80 - Frequenz könnte man in einer Testphase ermitteln. Der Protest der HietzingerInnen gegen das geplante Verbindungsbahn-Projekt ist berechtigt, aber fragwürdige Schuldzuweisungen und politische
Instrumentalisierung durch unsachliche Kommentare sind abzulehnen.
Man muss ja nicht gleich die Hochlegung der Trasse zu einer Staudammmauer umstilisieren und vom geteilten Hietzing sprechen. Bei
allen Nachteilen dieses Projekts darf man nämlich nicht übersehen, dass die Bahnübergänge für Fußgänger und Radfahrer passierbar bleiben würden und barrierefrei geplant sind. Trotz dieses Plus sollen aber die für das Projekt Verantwortlichen auf die Wünsche der BürgerInnen, die hier leben, eingehen und nicht durch stures Verharren den politischen Konflikt vorantreiben. Für Verhandlungen gibt es jetzt übrigens mehr Zeit, da der Umbau – offiziell aus budgetären Gründen - erst 2019 beginnen soll.

Lore Brandl-Berger