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am 24. Juli

Einander begegnen in der Altgasse

Lore Brandl-Berger - Abgesehen von der notwendigen Verkehrsberuhigung war die Altgasse früher das Hietzinger Dorfzentrum und hat durch die alten Häuser noch immer eine besondere Atmosphäre, die durch den Autoverkehr (auch den ruhenden) beeinträchtigt wird. Die Schaffung einer Begegnungszone würde den ursprünglichen Charakter der Altgasse wieder mehr zum Ausdruck bringen.

​Die Grünen Hietzing veranstalteten 2001 am "Autofreien Tag" ein kleines Fest mit Musik auf dem Platz in der Altgasse, wo derzeit am Samstag der Markt stattfindet (hier nachzulesen​).

Eigentlich wollten die Grünen an diesem Tag die ganze Altgasse für Autos sperren lassen, aber einige Geschäftsleute befürchteten weniger Umsatz und verhinderten das. Den Vorbeikommenden gefiel die Atmosphäre auf dem autofreien Platz, manche von ihnen konnten sich durchaus eine Fußgängerzone Altgasse vorstellen.

Ein Antrag der Grünen im Jahr 2005 forderte Schritte zur Belebung des "runden Platzls" in der Altgasse z.B. durch Befreiung von parkenden Autos, Begrünung, Schaffung eines temporären Biomarkts etc.  ÖVP, SPÖ und FPÖ sprachen sich damals gegen jegliche Entfernung von Parkplätzen aus, obwohl es sich nur um 4 bis 5 gehandelt hätte!​

2016 protestierten Junge Grüne – wieder war der "Autofreie Tag" der Anlass – gegen den starken Autoverkehr im Bezirk Hietzing und forderten für die Altgasse eine Fußgängerzone.

Mittlerweile wird aber die Bedrohung durch den Klimawandel weltweit diskutiert. Fast alle Parteien springen auf das Thema auf und treten plötzlich für Maßnahmen gegen die Erderwärmung ein, zu denen auch die Verringerung des Autoverkehrs gehört. Bei der Bezirksvertretungssitzung am 19. Juni 2019 beantragten BezirksrätInnen der ÖVP, der Grünen und der Neos, dass die Möglichkeit der Errichtung einer Begegnungszone in der Altgasse unter Einbindung der AnwohnerInnen und Geschäftsleute geprüft wird. Außer der FPÖ haben diesem Antrag alle Parteien zugestimmt.

Was unterscheidet Fußgängerzone, Begegnungszone und Wohnstraße voneinander?


In einer Fußgängerzone haben die FußgängerInnen Vorrang. Lieferfahrzeuge, Anwohnerfahrzeuge und Müllabfuhr dürfen im Schritttempo zufahren, Ausnahmen müssen von der Polizei bewilligt werden. Das Radfahren ist in manchen Fußgängerzonen erlaubt, was eigens angezeigt wird. Ist das nicht der Fall, müssen die Fahrräder geschoben werden. Parkflächen für AnwohnerInnen sind gekennzeichnet.

Begegnungszone bedeutet, dass FußgängerInnen und Fahrzeuge gleichberechtigt unterwegs sind und alle aufeinander Rücksicht nehmen müssen. Die Fahrzeuge dürfen höchstens 20 km/h fahren. Parken ist kurzfristig an bestimmten Plätzen möglich.

In Wohnstraßen ist der Fahrzeugverkehr ähnlich geregelt wie in Fußgängerzonen. Spielen darf man nur in der Wohnstraße, nicht aber in der Begegnungszone. RadfahrerInnen dürfen hier auch gegen die Einbahn fahren.​